Seien Sie ein Narzisst, aber ein netter.
Wenn von Narzissmus die Rede ist, dann geschieht dies meist in abfälliger Form. Diesem Begriff haftet das negative Image des selbstgefälligen Egomanentums an. Sehr zu Unrecht. Denn neben dem Selbsterhaltungstrieb und dem Sexualtrieb gehört die narzisstische Triebenergie zu den drei wichtigsten Vitalkräften. Ohne sie wären wir nicht handlungs- und überlebensfähig.
Ob man den narzisstischen Selbstentfaltungs- und Selbstdarstellungstrieb nun gut oder schlecht findet, ist unerheblich. Es gibt ihn einfach. Und weil es ihn gibt, müssen wir lernen, mit ihm umzugehen.
Wenn wir also schon mit diesem Trieb gesegnet sind, dann soll er auch zu seinem Recht kommen. Ohne diesen Trieb wäre es nicht möglich, eine eigene Identität und Individualität zu entwickeln. Bekennen wir uns zu ihm und agieren ihn aus. Bei ihm gilt jedoch das Selbe wie beim Sexualtrieb: Wir müssen auf unsere Mitmenschen Rücksicht nehmen und können unsere Triebhaftigkeit nicht zügellos ausleben. Also: Seien Sie ruhig ein Narzisst, aber ein netter.
In diesem Blog soll es also darum gehen, wie wir unseren Narzissmus ausagieren können. Machen Sie was aus sich. Entfalten Sie Ihre Fähigkeiten und Talente. Dies sollte selbstverständlich nicht auf Kosten anderer gehen.
Erich Fromm hat in seinem Buch "Die Seele des Menschen" darauf hingewiesen, dass eine Gemeinschaft nur dann überleben kann, wenn sie von ihren Mitgliedern mit narzisstischer Triebenergie versorgt wird. Leider ist es so, dass wir irgendwann aufgehört haben, unser eigenes Land mit narzisstischer Triebenergie zu versorgen. Wir betrachten es nicht mehr mit der notwendigen Verliebtheit. Wir sind nicht mehr stolz auf unsere Heimat. Das liegt zum einen an unserer Vergangenheit, in der der Nationalstolz zu heftig gepflegt worden war und zu der größten Katastrophe geführt hat, die Deutschland je erlebt hat. Es liegt aber auch daran, dass wir im Moment zu sehr auf uns selbst fixiert sind und unsere Eigendrehung überwertig leben. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns aus dieser Fixierung lösen und ein gesundes Verhältnis zu uns selbst und zu unserem Gemeinwesen finden. Wir sollten wieder hingabefähiger werden und in unsere Gesellschaft ruhig wieder mehr Energie einspeisen. Wir dürfen ruhig stolz auf diesen Staat, seine Bevölkerung und ihre Leistungen sein.
Wandeln wir uns vom ichbezogenen Narzissten, hin zum Attraktivisten. Machen wir mehr aus uns und steigern damit unsere Attraktivität ohne dass wir im Kerker unseres eigenen Ichs gefangen bleiben. Verlieben wir uns neu, in uns selbst, aber auch in unser Land.
Ich lade alle ein, sich selbst hier einzubringen. Wer also Tips und Anregungen hat, wie wir mehr aus uns machen können, der darf diese gerne schicken. Wir werden sie an passender Stelle veröffentlichen.
Wolfgang Baumbast